Leserstimmen zu „Blütenschwarz“

Rezension auf LovelyBooks / von Jennys Buchtipps:
Normalerweise ist meine Lust auf Kurzgeschichten immer sehr gedämmt, so auch zu Beginn bei diesem Buch. Ich finde die Story dann meistens zu kurz und will nicht, dass sie endet.
Doch in diesem Fall war es komischerweise ganz anders. Ich las zwar auch wegen der Story, doch was mich am meisten überzeugte war der brilliante Schreibstil der grandios wortgewandten Autorin Silke Bauerfeind. Das ungewöhnlich stlistische Schreiben macht dieses Buch zu dem, was es ist.
Auch die Geschichten waren interessant und einzigartig. Nicht mit mir bekannten vergleichbar. Erzählen alle von unterschiedlichsten Leben, die alle auf ihre eigene Art zerissen und zerbürstet sind.
Obwohl es sich um Kurzgeschichten handelte, war ich nicht enttäuscht von der Länge, so wie sonst. Die Geschichten beinhalteten genau die richtige Menge, mehr und die spezielle Besonderheit jeder Geschichte wäre verloren gewesen.
Nach jeder Kurzgeschichte folgte ein passendes Gedicht, ich als dichterisch begeisterte Leserin war davon völlig hin und weg. Das gab dem ganzen einfach nochmal das i-Tüpfelchen.
Alle vier Geschichten sind in der Ich-Perspektive geschrieben und ich hatte wirklich das Gefühl, dass der Protagonist seine Geschichte und seine Gefühle selber niedergeschrieben hat. Jede Geschichte hat die Emotionen auf eine individuelle Weise wiedergegeben, was es so glaubwürdig machte.
Von Titel und Cover war ich allerdings vorerst nicht sehr angesprochen. Aber ein passendes Design für vier Erzählungen zu finden ist wahrscheinlich nicht so einfach, wenn es bei diesen überhaupt möglich gewesen wäre.
Eine Autorin die defintiv mehr Aufmerksamkeit verdient! Hochbegabte und intelligente Frau! Der Schreibstil macht eindeutig Lust auf das Lesen weiterer Werke.
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Rezension auf Amazon / von Ekkehart Mittelberg (Germanist, Autor):
Bewusstseinserweiterung mit Blütenschwarz.
Das Layout dieses Buchs mit warmen Brauntönen, die den Hintergrund für eine schwarze Blüte bilden, passt hervorragend zu der melancholischen, aber nicht hoffnungslosen Stimmung der Erzählungen.
Auf der Rückseite deutet die Autorin nur an, worum es in den Erzählungen geht, um die Spannung ihrer Leser zu erhalten. Der Rezensent darf etwas deutlicher werden, denn eines ist sicher: Es ist unmöglich, den Stories die Erzählspannung zu nehmen, indem er etwas mehr verrät.Die erste Erzählung „Aus der Welten Krümmung“ handelt von den ganz anderen Wahrnehmungsweisen eines Autisten. Die Erzählstil vermittelt sehr differenziert mit Neologismen, die dem Thema angemessen sind, den Eindruck von Authentizität.
In der zweiten Erzählung „Geruch von Schnee“ erinnert sich eine Frau, die um ihre psychische Gesundheit kämpft, an ihre Existenz bedrohende Kindheit. Man sollte meinen, dass deren doppelte Gefährdung durch eine psychisch schwer erkrankte Mutter und einen pädophilen Großvater ausreicht, sie zu zerstören. Bei solcher Intensivierung lauert die Gefahr von Kitsch. Bauerfeind vermeidet ihn, indem sie höchst sensibel, alle Register spannungsreicher Ich-Erzählung ziehend, ein Gegengewicht aufbaut und und den immer wieder angesprochenen Leser dazu bringt, sich mit diesem zu identifizieren.
In „An einen Dirigenten“ stellt sich eine Frau, die in Rausch und Wahnsinn eine andere eliminiert hat, im Inneren Monolog vor, wie ihr Leben vielleicht verlaufen wäre, wenn sie einen von ihr tief verehrten Dirigenten kennengelernt hätte, sie reflektiert, ob seine Kunst sie von ihrer Verirrung ferngehalten hätte.
Dieses Sujet gibt Bauerfeind die Gelegenheit, ihr profundes Wissen über die Fähigkeiten eines Dirigenten von Kirchenmusik in mitreißenden Formulierungen bis in die letzte Nuance zu schildern.
Die vierte Erzählung „Bittermandel“ in Form von Tagebuchaufzeichnungen handelt von großer Liebe und tiefer Schuld im Umgang mit vererbbarer Behinderung, erzählt von zwei Verbrechen, von denen eines wie in einer klassischen Tragödie unausweichlich erscheint, und doch tröstlich endet.Ein Rezensent sollte Stärken und Schwächen seines Gegenstands aufzeigen. Letztere vermochte ich nicht zu entdecken. Ich kann die variantenreichen und stilsicheren Erzählungen Bauerfeinds ohne Vorbehalt Jugendlichen und älteren Leseern empfehlen.
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Rezension auf Amazon / von Marion von Vlahovits (Autorin):
Bei einer Lesung ihrer Gedichte war ich auf Frau Bauerfeind aufmerksam geworden. Die Intensität ihrer Texte hat mich damals sehr beeindruckt. Mit diesem Erzählband konnte sie mich wieder in ihren Bann ziehen. Die erste Erzählung fesselt nicht nur durch die andere Sicht auf unser Leben und unsere Wahrnehmung. Frau Bauerfeind schafft mit ihren Wortschöpfungen eine besondere Atmosphäre und Intensität. Auch die folgenden Erzählungen berühren und stimmen nachdenklich. Es sind philosophische Fragen, die hier angeregt werden, es geht in diesen Geschichten um den Sinn des Lebens, um Schuld, um den Wert des Einzelnen. Schwere Kost, die sprachlich und erzählerisch so aufbereitet wurde, dass das Lesen dennoch Freude macht.
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Zuschrift einer Leserin, Simone T.:
Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Jede Geschichte hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Faszinierend, welch unterschiedliche Menschen hier porträtiert werden. Die Lektüre hebt sich wohltuend vom Mainstream der Zeit ab. Danke.
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Email eines Lesers, Heiner Lanz (mit freundlicher Genehmigung):
Am meisten faszinierte mich dieser Dirigent. Ich wollte wissen, ob es ihn tatsächlich gab oder eventuell ein Vorbild, das ihm diente. Und ich wurde fündig. Frau Bauerfeind bestätigte mir mein Detektivergebnis. Die Geschichten, die biographisch geschrieben sind, trafen mich im Innersten – jede einzelne.
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N. Arens:
Ganz unvoreingenommen bin ich an dieses Buch getreten und hab gesagt “ komm lass dich von mir lesen, denn es wird Zeit, du liegst schon lange hier so rum“. Es hat mich sehr berührt, jede der 4 Erzählungen.
Die erste Erzählung eines autistischen Menschen war mir schon fast zu kurz, ich wollte noch mehr über ihn wissen.
Ich kann es nur empfehlen.